Spaß ist, wenn man’s trotzdem macht

Da stecke ich mein ganzes Geld (naja, nicht ganz, aber Ihr wisst schon 😆 ) in eine gute DSLR, in Objektive, habe mir erst kürzlich sogar endlich das Makro meiner Träume gegönnt und trotzdem reizt mich von Zeit zu Zeit etwas ganz anderes, etwas unperfektes, etwas vielleicht sogar schon unschönes. Nein, ich rede nicht von meinen iPhone-Bildern 😆 Ich rede von meiner neuen Freundin, meiner neuen Liebe – meiner Holga, einer sogenannten Toy-Camera. Billigstes Plastik, billigste Plastiklinse, keine bis kaum Einstellmöglichkeiten. Die Bilder werden unscharf und weisen einfach so einige „Fehler“ und Unschönheiten 😆 auf, die man sonst ständig versucht zu vermeiden und auf die man im Allgemeinen einfach keinen Wert legt.

Und dennoch hat es mich einfach mal gereizt, das alles mal selbst auszuprobieren. „Lomo“ wollte ich schon immer mal machen und so habe ich mir nach Weihnachten endlich eine Holga und einen passenden Schwarzweißfilm bestellt. In meinem Urlaub war ich dann an einem dunklen und sehr nebligen Tag mit der Holga draußen und habe meine ersten Bilder gemacht. Die Frage des entwickelns habe ich mir schon vorher beantwortet. Ich entwickel selbst. Zuhause. Mit Kaffee! Das erste Mal wurde ich durch einen meiner liebsten Gastartikel (so eine wunderbare Fotografin) auf kwerfeldein.de auf Filmentwicklung mit Kaffee aufmerksam. So habe ich mich dann informiert und alles aufgesogen bis mir der Kopf rauchte und heute wagte ich das Experiment und entwickelte meinen allerersten Film überhaupt – in Kaffee. Wie aufregend :mrgreen: Als ich dann zum Schluss den Film aus der Dose holte und da doch tatsächlich etwas drauf zu erkennen war, musste ich das doch gleich durch die Wohnung hüpfend feiern :mrgreen: Nach dem Trocknen habe ich die Negative dann abfotografiert und tadaaaa, hier sind sie, meine ersten Gehversuche mit der Holga, meine ersten Gehversuche im Filme selbst entwickeln, ein paar weitere Gehversuche in etwas ganz anderem. Ich denke, begeistert werden die Wenigsten sein – und genau deswegen heißt der Titel dieses Beitrages genau so: Spaß ist, wenn man’s trotzdem macht! :mrgreen: Es muss nicht immer alles perfekt sein.

Neue Filme (schwarzweiß und Farbe) sind bestellt und dürften nächste Woche eintrudeln. Dann kann ich endlich weitermachen :mrgreen:

24 Comments

  • paleica

    23. Januar 2011 at 21:25 Antworten

    ICH bin begeistert <3

  • Moudschegiebchn

    23. Januar 2011 at 21:17 Antworten

    Die Bilder haben zumindest auf mich einen düsteren Eindruck. Was ja nichts schlechtes ist! Hat was, dieses unheimliche, ich kann dich da schon verstehen.
    Und außerdem: Wenn es dir Spaß macht, ist doch gut. (: Du hast ja auch nicht vor deine DSLR dafür wegzugeben. [Falls doch, kauf ich dir das gerne ab! :mrgreen:]

    • taytom

      24. Januar 2011 at 06:50 Antworten

      Genau das Düstere mag ich und wollte ich auch erreichen.

  • AnnaLouisa Brunner

    23. Januar 2011 at 18:53 Antworten

    Mein lieber Schwan!! Alle Achtung, das hört sich sehr abenteuerlich an, aber die Ergebnisse können sich sehen lassen.

    Fotogafieren war gestern – heute ist Holga!! 🙂

    LG AnnaLouisa

    PS: Dankeschön für Deinen Besuch und den Comment auf RA! 🙂

  • natira

    23. Januar 2011 at 15:53 Antworten

    Mir gefallen die schwarz-weiß Fotos auch ausnehmend gut. Mich erinnern die Bilder an Aufnahmen mit einer Lochbildkamera (diesen Szenemodi simuliert meine DigiCam ja z.B.). Ich empfinde es auch passend, wenn die Fotos nicht „gestochen scharf“ sind oder etwas körnig wirken, besonders bei dieser Motivwahl.
    Lg Natira

  • Frau Doktor

    23. Januar 2011 at 14:34 Antworten

    Ich bin auch ganz angetan, diese Stimmung das Grau in Grau passt wunderbar zu diesen Bildern. Sicher gibt es einige die für solche Effekte sehr gut Photoshop können müssen und bei Dir gleich mit dem Fotos, toll. Allerdings Entwicklung mit Kaffee das ist mir bisher auch nicht vorgekommen 🙂

  • ute42

    23. Januar 2011 at 13:54 Antworten

    Davon habe ich noch nie gehört. Was es nicht alles gibt 🙂
    Spannend ist das ja schon, entwickeln mit Kaffee.
    Mein Vater hat dazu früher irgend ein giftiges Zeugs gebraucht, keine Ahnung was es war.
    Ich gratuliere dir zu deinem ersten Erfolg mit dem neuen Hobby, die Bilder sind übrigens richtig interessant.

  • Anika

    23. Januar 2011 at 12:13 Antworten

    Ob perfekt oder nicht, mir gefallen die Bilder und die Stimmung, die transportiert wird, sehr gut.

    lg

    Anika

  • Mela

    23. Januar 2011 at 12:01 Antworten

    Wie genial ist das denn? Selbst entwickeln mit Kaffee!? Hab ich zuvor noch nie gehört und bin ganz angetan von der Idee. Allerdings hab ich von selbst entwickeln keinen blassen Schimmer…

    • taytom

      23. Januar 2011 at 12:22 Antworten

      Allerdings hab ich von selbst entwickeln keinen blassen Schimmer…

      Die hatte ich auch nicht :mrgreen: Google mal nach Caffenol oder Caffenol-C. Alles was Du brauchst ist billiger Instantkaffee, Waschsoda und Vitamin-C.

      • Mela

        23. Januar 2011 at 12:23 Antworten

        Muss ich unbedingt mal machen. Die „Zutaten“ hab ich schon gelesen, muss mir aber noch das Wissen aneignen, was ich dann mit diesen Dingern und dem Film mache ;))

        • taytom

          23. Januar 2011 at 13:09 Antworten

          Viel Spaß! Wenn Du Fragen hast, kann ich Dir auch gerne helfen, soweit ich kann 🙂

  • taytom

    23. Januar 2011 at 11:09 Antworten

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich überrascht bin, dass die Bilder doch nicht so auf Widerwillen stoßen, wie ich dachte 😆 Mal wieder ganz lieben Dank für Eure Kommentare!

  • Kerstin

    23. Januar 2011 at 10:33 Antworten

    Ich bin sehr positiv von Deinen Gehversuchen überrascht. Klar sind es technisch keine Meisterwerke – aber sie haben was! Und ich meine das ganz ernst, sie haben etwas Besonderes, etwas mystisches – ich finde sie wirklich sehr gelungen. Toll!

    Und komplett selbst gemacht – ich finde, Du kannst da echt stolz drauf sein!

    Und nun wünsche ich Dir noch einen schönen Sonntag und schicke Dir liebe Grüße,

    Kerstin

  • Soni

    23. Januar 2011 at 10:07 Antworten

    Die Fotos haben etwas ganz besonderes, vielleicht gerade, weil sie nicht nach Perfektion streben.

    Die Idee mit dem Kaffee begeistert mich ja total, hab ich noch nie was von gehört. Bin ja immer für Alternativen zur Chemie und würde ich selbst entwickeln, würde ich das auf jeden Fall versuchen.

    LG Soni

    • taytom

      23. Januar 2011 at 11:08 Antworten

      So völlig ohne Chemie geht es leider nicht – man braucht noch immer Fixierer und dafür gibt es wohl noch keine wirklich zufriedenstellende ökologischere Lösung.

  • Pulsatilla

    23. Januar 2011 at 10:03 Antworten

    Perfekt ist Ansichtssache. Ich mag sie trotzdem 🙂

  • nussundpoint

    23. Januar 2011 at 09:37 Antworten

    Die haben einfach Charme 🙂

    Der Point.

  • Blende77

    23. Januar 2011 at 08:33 Antworten

    Deine Fotos sind in ihrer Unperfektheit perfekt. Ich mag die Stimmung, die du damit transportierst und finde das Ergebnis mehr als gelungen! Ich freue mich auf weitere Holga-Fotos!
    LG, Sandra

  • Padraice

    23. Januar 2011 at 00:58 Antworten

    Technisch gesehen sind das wirklich keine Meisterwerke 😀
    Und trotzdem haben die Fotos etwas sehr schönes an sich. Die Bilder wirken einfach!

  • Winterkatze

    23. Januar 2011 at 00:02 Antworten

    Das ist ja cool! 😀 Ich bin begeistert! Von Entwickeln mit Kaffee habe ich noch nie gehört (hätte mein Professor damals wohl auch nicht so gern gesehen *g*), aber deine Ergebnisse mit der Kamera und dem Entwicklungsexperiment finde ich ungemein spannend und sehr atmosphärisch! 🙂

    Ich bin sehr neugierig darauf, was du noch so alles in den nächsten Monaten damit anstellen wirst!

  • razortooth

    22. Januar 2011 at 23:51 Antworten

    Haha, die Brücke kenn ich doch 😉
    Tolle Idee – aber den Kaffee mag ich dann doch lieber als aromatisches Heißgetränk :mrgreen:

    LG Melly

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